Kategorie: Portal

„Kümmere dich um deine Lokalen!“ – Lokaljournalismus stärken

Fünf Chefredakteure großer Lokalzeitungen übernehmen für eine Woche die Zeitung der kleinen Nordsee-Insel Föhr. meedia berichtet in einem Artikel über dieses interessante Projekt. Nach sieben Tagen lautet das Fazit der Redakteure: Zeitungen sollten sich mehr um ihre Lokaljournalisten kümmern. Doch wie kann dies funktionieren? Zum Beispiel, indem man seine Autoren stärker einbindet.

Lokaljournalismus stärken

Die fünf Chefredakteure von der Rheinischen Post (RP), der SHZ, den Ruhr Nachrichten (RN), der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) und der Westfalenpost (WP) machten sich Ende Juli dieses Jahres auf, um für eine Woche den Insel-Boten von Föhr zu produzieren. Michael Bröcker, eigentlich Chefredakteur bei der RP, erklärt in einem Interview mit meedia, warum gerade der Insel-Bote ausgewählt wurde: „Die Redaktion, die wir übernehmen wollten, sollte möglichst klein sein. Zudem darf man nicht mehr wegkommen, damit uns auch wirklich kein Geschäftsführer zurückrufen kann. Deshalb eine Insel“.

Normalerweise erstellen nur zwei Redakteure den Insel-Boten. Die Chefredakteure haben in dieser Woche die Arbeit von Lokaljournalisten noch mehr zu schätzen gelernt. Bröcker dazu: „Föhr hat uns geerdet und gezeigt, wie wichtig Lokaljournalismus ist. Die wichtigste Botschaft für uns: kümmere Dich um Deine Lokalen“. Denn dort liege die Zukunft. Eigentlich müsste mehr Kraft in das Lokale gegeben werden, mehr Redakteure eingestellt werden. Damit auch die digitalen Bereiche befüllt werden könnten, müsste strategisch auch nur dort investiert werden, so der Redakteur.

Stärkere Einbindung von Autoren birgt viel Potenzial, richtige Werkzeuge erleichtern Redakteuren die Arbeit

Gerade im Lokaljournalismus ist man stark auf die Zusammenbarbeit mit freien Mitarbeitern, sogenannten Pauschalisten, angewiesen. Darin steckt noch viel Potenzial. Einfachere und effizientere Workflows sind zum Beispiel möglich, wenn Verlage freien Mitarbeitern die Möglichkeit geben, ihre Artikel direkt in das Redaktionssystem des Verlags einzuspeisen. Besonders gut funktioniert das, wenn browserbasiert gearbeitet und von überall auf das System zugegriffen werden kann. Dies spart zudem Extrakosten für zusätzliche Lizenzen. Ideal ist es, wenn Workflows so aufgesetzt werden können, dass jeder Mitarbeiter genau die Aufgaben und Rechte im System hat, die er braucht. 

Eingabemaske

Ein gutes Management von Autoren gibt freien Mitarbeitern beispielsweise die Möglichkeit ohne festen Arbeitsplatz in der Redaktion arbeiten zu können. So können sie von überall aus mit einem Standard-Rechner und -Browser arbeiten – mit klar definierten Aufträgen, die die Mitarbeiter einfach erhalten können und die auch einfach dokumentiert werden können. Redakteure wiederum sollten Aufträge für Inhalte einfach erstellen und koordinieren können, die Themenplanung am Desk systematisieren oder die Performance der Autoren einsehen können. Mit einem jeweils genau zugeschnittenen Arbeitsbereich mit ihren Aufträgen, ihren Artikeln und Entwürfen sowie speziellen Analyse-Dashboards zu der Reichweite ihrer Beiträge können Verlage ihre wertvollste Ressource erfolgreich managen und unterstützen.

Lesen Sie hierzu auch: Honorarabrechnung mit freien Mitarbeitern einfach gemacht und Lokales in der Zeitung ist noch wichtiger als vermutet.

 

Paywall im Test bei Royalfuchs

Paywall Ja oder Nein? Royalfuchs.de ist eine Onlineplattform aus dem Hause Gogol Publishing und bietet Informationen und Nachrichten zu den europäischen Königshäusern und deren Persönlichkeiten. Im Rahmen eines Pre-Tests auf dieser Webseite wurden die Möglichkeiten einer Paywall des amerikanischen Unternehmens Piano untersucht. 

Logo Royalfuchs

Dass die Geschäftsmodelle von Zeitungen nicht eins zu eins vom Print- in den Online-Bereich übernommen werden können, ist nachvollziehbar. Online gibt es viele Wege, eine Webseite zu finanzieren. Oft wird auf das bewährte Modell zurückgegriffen, Werbe- und Anzeigenplätze zu verkaufen. Doch durch die steigende Anzahl der Nutzer von AdBlockern geht den Seitenbetreibern damit eine beträchtliche Summe verloren. Die WAN IFRA veröffentlichte dazu am 10.05.2016 einen Bericht, laut dem das AdBlock Plus-Plugin inzwischen über 100 Millionen Mal installiert wurde. Mit diesem Plugin werden die Werbebanner für die Nutzer unsichtbar und dämmen damit die Werbeeinnahmen. Welche verschiedenen Möglichkeiten es für die Seitenbetreiber gibt, den AdBlocker zu umgehen, haben wir bereits im Februar hier zusammengefasst.

Infografik: 120 deutsche Zeitungen setzen auf Paywall | Statista
Infografik: 120 deutsche Zeitungen setzen auf Paywall | Quelle: Statista, BDZV

Eine Möglichkeit, den Verlusten bei den Werbeerlösen entgegenzutreten, ist eine sogenannte Paywall. Hier gibt es derzeit vier Ansätze, die auch schon von verschiedenen deutschen Tageszeitungen verwendet werden:

  • Freemium: Ein Teil der Artikel bleibt kostenlos, der Rest ist nur bei Erwerb eines Abos als Premium-Content verfügbar
  • Metered Model: Eine gewisse Anzahl an Artikeln im Monat ist frei, danach muss ein Abo abgeschlossen werden, um weiterzulesen
  • Harte Bezahlschranke: Das gesamte Online-Angebot ist kostenpflichtig
  • Freiwillige Bezahlung: Hier ist den Lesern freigestellt, ob sie für die Artikel bezahlen wollen oder nicht – also eher auf Spendenbasis

Wie sieht die Paywall von Piano beim Royalfuchs aus?

royalfuchs paywall2

Der Serienfuchs testet auf seiner Tochterseite Royalfuchs das Metered Model der amerikanischen Firma PianoDer Webseitenbesucher hätte je nach Konfiguration eine bestimmte Anzahl an Aufrufen des Premium Contents frei. Beim x.-ten Aufruf eines Beitrags erscheint dann auf der Seite eine Paywall und legt sich über den Content. Der Test bei Royalfuchs wurde so konfiguriert, dass drei Artikel zu einem Thema, zum Beispiel zu Kate Middleton, noch frei verfügbar wären. Ab dem vierten solle sich die Paywall einschalten. Sollte der Leser noch kein Abonnent sein, stehen ihm dann 3 Optionen zur Verfügung, um den Content freizuschalten: Ein Tageszugang für 0,99€, ein Wochenabo für 5,99€ und ein Monatsabo für 19,99€, wobei er bei letzterem auch einen 48-Stunden-Testzugang nutzen kann. Wenn der Leser bereits Abonnent wäre, könnte er sich mit seinen Daten einfach einloggen und weiterlesen.

Wie läuft das Abonnement ab? 

Wenn ein Abo abgeschlossen werden soll, öffnet sich nach der Entscheidung für eine Option eine Ansicht mit der Auswahl einer Bezahlmethode, zum Beispiel Kreditkarte oder PayPal. Der Bezahlvorgang wird über die e-Commerce-Plattform Tinypass abgewickelt, welche zu Piano gehört. Mit Eingabe der Konto-/Kreditkartendaten wird der Content dann für den jeweils abonnierten Zeitraum freigeschalten. Eine Bestätigung des Kaufs erhält der Kunde per E-Mail. Außerdem kann er auch nach dem Login eine Übersicht seiner Abonnements, Laufzeiten und der hinterlegten Bezahlmethoden aufrufen.

Paywall beim Royalfuchs: Abschluss eines Abonnements mit Tinypass
Paywall beim Royalfuchs: Abschluss eines Abonnements mit Tinypass

Neben den verschiedenen Optionen für Kunden bietet Piano auch für die Administratoren wichtige Informationen: unter anderem gibt es in der Benutzeroberfläche von Piano eine Übersicht über alle getätigten Transaktionen und Anmeldungen, sowie ein eigenes Trackingsystem  und eine Analytics- Übersicht. Das bietet den Administratoren von Royalfuchs alle wichtigen Informationen und Statistiken auf einen Blick. Ob eine Paywall tatsächlich eingeführt werden soll, wird noch diskutiert. Wenn Sie Fragen zur Einführung einer Paywall oder auch allgemein zur Erstellung einer Online-Plattform haben, schreiben Sie uns eine E-Mail:

So wirkte die Umstellung auf Gogol bei der Berliner Woche – unmittelbarer Erfolg und hohes Potenzial

Im Februar diesen Jahres startete die Berliner Woche mit der Portal-Lösung von Gogol Publishing. Die Umstellung zeigte sofort Wirkung und erzielte deutlich messbare Erfolge in Form von hohen Reichweitensteigerungen. Doch das Beste ist: Mittel- und langfristig ist noch einiges mehr zu erwarten. Vergleiche mit anderen Kunden zeigen, dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist.

Berliner Woche - Reichweitensteigerung

Ausgereifte Optimierung des Systems auf Usability und Reichweite bringt rasanten Zuwachs der Seitenaufrufe

BWO Visitsteigerung

Bereits innerhalb weniger Wochen waren die Vorteile der Umstellung des Berliner Woche Onlineportals auf das Gogol System zu spüren. In dieser kurzen Zeit steigerte sich die Zahl der Seitenaufrufe um 66 Prozent, was die Umstellung zu einem vollen Erfolg machte. Der Zuwachs ist vor allem der ausgereiften Optimierung des Systems auf Reichweite und Usability zu verdanken. Die Berliner Woche konnte außerdem von den Erfahrungen profitieren, die Gogol bei zahlreichen anderen Portal-Umstellungen sammeln konnte.

Reichweitenboost durch SEO und Social-Media-Optimierung

BWO Reichweitensteigerung

Suchmaschinen- und Social-Media-Optimierung sind die Werkzeuge, um Websiten ganz nach vorne zu bringen. Gogol Publishing kann sich auf seine zehnjährige Erfahrung in diesem Bereich stützen, die auch der Berliner Woche zugutekommt. So konnte seit der Umstellung ein Zuwachs der SEO-Visits von 39 Prozent erreicht werden. Bei den Besuchen durch Social Media Kanäle waren es sogar 47 Prozent.

Der Erfolg anderer Kunden zeigt: zehn- bis zwölffache Reichweite wahrscheinlich

Visitsteigerung

Die bisherigen Erfolge sind aber nur der Anfang. Das zeigt ein anderer Kunde von Gogol, die Regionalmedien Austria AG. Die Nummer 1 am österreichischen Zeitungsmarkt konnte seine Reichweite seit der Umstellung auf das System von Gogol verzwölffachen. Auch die Berliner Woche hat das Potenzial Reichweitesteigerungen in dieser Größenordnung zu erreichen, denn die Hebel des Systems, gerade was SEO, Social Media und die Einbindung und Stärkung von Autoren angeht, entfalten erst nach längerer Zeit ihre volle Wirkkraft. Das weiß auch Ingo von Brunn, Leiter Online bei der Berliner Woche:

“Die Lösung von Gogol Publishing bietet uns mit bewährten Produkt-Features und fortlaufender Optimierung ein solides Online-Fundament und schafft beste Voraussetzungen für langfristiges, organisches Reichweitenwachstum.”

WVW/ORA-Verlag erhält Auszeichung beim European Newspaper Congress 2015

Die Nachrichten-Community lokalkompass.de schreibt weiter Erfolgsgeschichte: Beim European Newspaper Award wurde dem WVW/ORA-Verlag, der den Lokalkompass betreibt, jetzt der „Award of Excellence“ in der Kategorie Konzept und Innovation verliehen.

Rund 500 Verlagsmanager und Redakteure kamen unlängst im prächtigen Wiener Rathaus zusammen, um beim European Newspaper Congress über aktuelle Entwicklungen und Innovationen aus der Medienbranche zu diskutieren und neueste Trends aufzuspüren. In Fachvorträgen zur Zukunft der Zeitung im Zeitalter des Internets wurde viel Mut gemacht: Die Stärken des gedruckten Wortes müsse in tiefgehende Geschichten übertragen werden.

Award of Excellence
Zeitungsdesigner Norbert Küpper (links) und Veranstalter Johann Oberauer (rechts) überreichten WVW/ORA-Geschäftsführer Haldun Tuncay (2.v. links) und Redaktionsleiter Thomas Knackert den „Award of Excellence“.

Award of Excellence für Konzept und Design

Einer der Höhepunkte des Kongresses, der dieses Jahr bereits zum 16. Mal stattfand, war die Verleihung der Awards of Excellence in diversen Kategorien des Zeitungsdesigns, etwa Methoden der Seitengestaltung und Visualisierung. Die international besetze Jury zeichnete dabei auch unsere Nachrichten-Community lokalkompass.de mit einem Award aus und lobte das vorbildliche Konzept und Design der Anzeigenblätter unseres Verlages, die durch ihre crossmediale Aufbereitung die Nachrichten-Community von lokalkompass.de optimal einbinden.

WVW/ORA-Geschäftsführer Haldun Tuncay freute sich sehr über die Auszeichnung:

„Schließlich werden hier normalerweise ausschließlich Tageszeitungen geehrt. Als einziger Anzeigenblattverlag innerhalb dieser renommierten Zeitungen diesen Preis zu erhalten, macht uns besonders stolz.“

Weitere hochkarätige Auszeichnungen für WVW/ORA und Lokalkompass

Award of Excellence

Der Award of Excellence ist bereits die vierte hochkarätige Auszeichnung, die der WVW/ORA-Verlag innerhalb der jungen fünfjährigen Geschichte des Lokalkompass erhalten hat. Im Jahr 2011 war es der Preis für Bürger- und Verbrauchernähe vom Bundesverband der Anzeigenblätter (BVDA), 2012 der XMA Crossmedia-Award des Weltzeitungsverbands WAN-IFRA. Im Jahr 2015 erhielten er einen BVDA-Sonderpreis sowie den Award of Excellence des European Newspaper Congress.

Vor 5 Jahren nahe Null gestartet, jetzt ganz oben: Die RMA in den Top 3 der digitalen Nachrichtenangebote

Gerade veröffentlichte Zahlen der ÖWA Plus zeigen eine erneute deutliche Reichweitensteigerung bei den digitalen Angeboten meinbezirk.at und woche.at der Regionalmedien AG (RMA): Mittlerweile werden über 1.130.000 Nutzer in Österreich über die beiden regionalen Plattformen erreicht. Dies entspricht 18,5% der gesamten österreichischen Internetnutzer ab 14 Jahren!

RMA Reichweitensteigerung

In nur wenigen Jahren ist den Regionalmedien Austria somit nach Einführung des Systems von Gogol Publishing ein sensationeller Aufstieg gelungen: Eine Vervierzehnfachung der Onlinereichweite seit 2010 und der Aufstieg in die Top 5 aller digitalen Angebote in Österreich. Im Bereich der Newsangebote zählt sie damit mittlerweile sogar zu den Top 3, wie die aktuelle Studie zeigt.

“Das macht uns sehr stolz,”

erklärt Emma Feurstein-Steppan, Leiterin der Unternehmensentwicklung. Neben der extremen Suchmaschinenoptimierung des Systems sei vor allem die Regionalität der Portale ein Hauptgrund für die enorme Reichweite und damit ein starkes Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb. Mehr als 200 Redakteure und 283.000 “Regionauten” genannte Leserreporter tragen mit relevanten Inhalten aus der nächsten Umgebung der Nutzer zu dem großen Erfolg bei.

Auch der Start der neuen “Mitmach-Apps” für iOS und Android sowie zahlreiche Portaloptimierungen hätten das Ergebnis äußerst positiv beeinflusst.

Befürchtungen, dass die Printauflage mit 129 Regionalausgaben von dem erfolgreichen Digitalangebot kannibalisiert werde, erteilte Feurstein hingegen eine deutliche Absage: “Print- und Onlineleser kommen aus unterschiedlichen Milieus mit unterschiedlichen Gewohnheiten beim Medienkonsum”. Online und Print ergänzten sich gegenseitig, um die Bedürfnisse aller Leser abdecken zu können.

Warum man mit einem starken Onlineauftritt langfristige Erfolge im Print feiern kann

Die Printauflage mit dem Onlineauftritt steigern? Das klingt erstmal widersprüchlich. Aber: Online und Print gehen Hand in Hand und der Erfolg von Zeitungen ist immer mehr von der Stärke ihres Onlineangebots abhängig. Hier liegt ein großes Potential für Verlage, denn Arbeit in einen überzeugenden Internetauftritt zu investieren, zahlt sich in doppelter Hinsicht aus: Sie können neue Online-Leser gewinnen, aber auch das Printprodukt profitiert von der Verknüpfung der beiden Kanäle. Dies gilt auch für die Branche der Anzeigenblätter: Drei erfolgreiche Wochenblätter berichten von ihren Erfolgen.

Printauflage mit dem Onlineauftritt steigern

1. Anpassung an die Bedürfnisse statt Kannibalisierung

Emma Feurstein-Steppan
„Online- und Printangebote nehmen sich die Leser nicht gegenseitig weg.“ Emma Feurstein-Steppan, Leiterin Unternehmensentwicklung Regionalmedien Austria AG

“Print- und Onlineleser kommen aus unterschiedlichen Milieus mit unterschiedlichen Gewohnheiten beim Medienkonsum”, so Bernhard Feuerstein, Leiter der Unternehmensentwicklung der RMA. Die Befürchtung, dass sich das “doppelte” Angebot von Online und Print gegenseitig Konkurrenz mache und zu jeweils kleineren Leserzahlen führe, habe sich nicht bewahrheitet. “Es gibt nach wie vor eine große Gruppe von Lesern, die auf eine gedruckte Zeitung nicht verzichten wollen. Andere dagegen möchten ihre Nachrichten vor allem schnell und spontan im Internet oder von unterwegs mit dem Smartphone abrufen. Eine dritte Gruppe nutzt je nach Belieben beide Angebote.” Um alle Leser vom eigenen Produkt zu überzeugen, sei es also laut Feuerstein entscheidend auf allen Kanälen präsent zu sein. Dabei findet keine Kannibalisierung statt, vielmehr ergänzen Online und Print sich gegenseitig, um die Bedürfnisse aller Leser abdecken zu können.


2. Online macht Print stark

Haldun Tuncay
„Durch den sehr guten Auftritt von Lokalkompass.de können wir unser Printprodukt ideal unterstützen und stärken.“ Haldun Tuncay, Geschäftsführer Westdeutsche Verlags- und Werbegesellschaft

Der Geschäftsführer der WVW, Haldun Tuncay, sieht eine enge Verbindung von Online und Print ebenfalls als äußerst wertvoll an: “Die Verknüpfung von Print und digitalen Kanälen funktioniert hervorragend.“ Der entscheidende Faktor für den Erfolg von Anzeigenblättern liegt für ihn nach wie vor in ihrer Lokalität. Diese Lokalität ist auch die Basis vom erfolgreichen Zusammenspiel des digitalen und gedruckten Auftritts. Lokalkompass.de diene als Paradebeispiel für einen optimalen Internetauftritt und ist für Haldun Tuncay eine essentielle Stütze seines Printprodukts.

Case Study Print mit online stärken

3. Ansprechpartner Nr. 1 für Werbekunden auf allen Kanälen

Stephan Schrader
„Die gestiegene Onlinereichweite der Kreiszeitung lässt sich hervorragend für unsere bestehenden Werbekunden einsetzen.“ Stephan Schrader, Geschäftsführer Wochenblatt-Verlag Schrader GmbH & Co. KG und Neue Buxtehuder Verlagsgesellschaft mbH

Wer auf Online und Print gleichzeitig setzt, hat zwei Plattformen, die für lokale Werbekunden interessant sind. Das sieht auch Stephan Schrader von der Kreiszeitung Wochenblatt so: “Die gestiegene Onlinereichweite der Kreiszeitung lässt sich hervorragend für unsere bestehenden Werbekunden einsetzen. Wenn man auch digital die Nummer eins im Lokalen ist, hat man die Möglichkeit, starke Angebote für die Werbewirtschaft vor Ort zu machen.” Zufriedene Werbekunden im Print können haben auch Interesse, auf dem Internetauftritt präsent zu sein. Vorausgesetzt die Qualität kann mit der gedruckten Version mithalten, so Schrader. Ein starker Online Auftritt ist somit die Basis für das Erzielen von Umsätzen im Digitalen.

„Eine neue Dynamik durch die Cloud“ – die Study Tour 2015 in bewegten Bildern

Video Study Tour 2015

Wie schafft es die RMA, 300.000 Bürgerreportern zu betreuen? Wie ist es ihnen gelungen, ihren gesamten Workflow „in die Cloud zu hieven“ und browserbasiert 129 Zeitungen zu produzieren? Wie sieht redaktioneller Arbeitsalltag in der Cloud ganz konkret aus? Es waren diese Fragen, die die Besucher der Study Tour 2015 bei der Regionalmedien Austria in Wien am meisten interessierten. Die Vorträge, aber auch der Besuch der Redaktionsräume gaben ausführliche Antworten darauf. Wir zeigen in unserem Video, wie das Ganze dann aussah.

Grüne Revolution 2.0 – WhatsApp als Traffictreiber für lokale Nachrichtenseiten

WhatsApp ist für Millionen junge Menschen in Deutschland der Kommunikationskanal Nr. 1. Doch wie können Publisher von der Popularität der mobilen Messaging-Anwendung profitieren? Gerade bei lokalen Nachrichtenanbietern ist das Potential groß. Erste Zahlen: Beeindruckende Wirkung des WhatsApp-Sharebuttons

Whatsapp

Buttons zum Teilen über Facebook und Co. haben längst ihren festen Platz unter den Beiträgen von News-Webseiten. Shares über soziale Netzwerke sind für viele Portale mittlerweile riesige Trafficlieferanten. WhatsApp hingegen fristet selbst auf für mobile Geräte optimierten Seiten vergleichsweise noch ein Schattendasein.

Bei großen und innovativen Publishern ist inzwischen allerdings der grüne Button der Messaging-App immer häufiger zu sehen. Auch bei den Kunden von Gogol Publishing wie Regionalmedien Austria mit meinbezirk.at oder dem Lokalkompass von FUNKE gehört er auf der mobilen Webseite bereits zum Standard. Mit weltweit über 700 Millionen aktiven Nutzern und 30 Milliarden versendeten Nachrichten pro Tag birgt WhatsApp als Trafficmaschine sicherlich noch ein gewaltiges ungehobenes Potential.

Fallstudien: Fußball-Erstligist FC Valencia
Mobile Webseite des FC Valencia

Dies zeigen auch erste Fallstudien:

Während News-Publisher bislang bei der Verlautbarung von konkreten Zahlen Zurückhaltung üben, veröffentlichte der spanische Fußball-Erstligist FC Valencia unlängst Daten von seiner Vereins-Webseite.

Demnach nutzten Besucher der Webseite, die Inhalte teilten, den Facebook-Button zu 35%, Twitter zu 19%, Google+ zu 13% und WhatsApp zu 33%. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund erstaunlich, dass der WhatsApp-Button praktisch nur Nutzern angezeigt wird, die per Smartphone auf die Seite zugreifen.

Nach Angaben des FC Valencia werden die durch Nutzer via WhatsApp geteilten Links zudem deutlich häufiger angeklickt. So lag die Klickrate bei den WhatsApp-Shares bei 48% gegenüber 27% bei Facebook, 22% bei Twitter sowie lediglich 3% bei Google+. Knapp jeder zweite Nutzer folgte also dem über die Messenger-Anwendung erhaltenen Empfehlungslink.

Diese Fallstudie ist sicherlich nur mit Vorsicht auf reine Newspublisher sowie die Situation in Deutschland übertragbar (in Spanien beziehen laut einer Studie des Reuters Institute bereits 26% der Befragten ihre News auch über WhatsApp gegenüber lediglich 6% in Deutschland).

Allerdings lässt sie doch die in diesem Zusammenhang stehenden Chancen für Redaktionen hierzulande erahnen, ihren Nutzer auch das Teilen von Inhalten über WhatsApp zu ermöglichen.

Hinweise auf die überzeugende Performance des WhatsApp-Buttons bei deutschen Tageszeitungen liefert etwa der Fränkische Tag mit seiner Webseite infranken.de. Die Oberfranken setzten schon früh auf die Einbindung von WhatsApp in ihr Nachrichtenangebot. Im Januar 2015 veranstalteten sie sogar eine WhatsApp-Konferenz, auf der auch konkrete Zahlen benannt wurden.

Bei einer Userbefragung gaben 25% der WhatsApp-Nutzer an, bereits öfter Texte über den Dienst geteilt zu haben; bei den Facebook-Nutzern hingegen waren dies lediglich 15%.

25,3 % der WhatsApp-Nutzer sagten, mehrere Texte per WhatsApp geteilt zu haben. (Facebook 15,6%)

WhatsApp als direkter Verbreitungskanal für Redaktionen

WhatsApp-Aktion beim Fränkischen Tag
WhatsApp-Aktion beim Fränkischen Tag

Neben der Bereitstellung des WhatsApp-Share-Button unter seinen Beiträgen nutzt der Fränkische Tag den Dienst seit Dezember 2014 zudem als direkten Verbreitungskanal für lokale Meldungen. Auch dies mit großem Erfolg: Bis Ende Februar registrierten sich bereits über 4.400 Nutzer, um werktäglich zwischen drei und fünf von der Redaktion ausgewählte Nachrichten zu empfangen. Die Zufriedenheit ist groß: Über 90% der User wollen die Mitteilungen auch künftig erhalten.Zudem werden die über den Dienst erhaltenen Meldungen gerne weitergeleitet: 27% der Befragten schickten die Inhalte auch an andere WhatsApp-Nutzer. Doch warum nutzen angesichts solcher Erfolgsmeldungen nicht mehr Nachrichten-Webseiten diesen neuen Kanal etwa für News-Alerts?

Technische Hürden bremsen Redaktionen aus

Erstellung einer Broadcast-Liste
Erstellung einer Broadcast-Liste

Ein gewichtiger Grund für die Zurückhaltung liegt sicherlich in der komplexen Handhabung der Anwendung. Leser müssen die Nummer der Redaktion ihren Smartphone-Kontakten hinzufügen und an diese anschließend ein Stichwort senden.

Der Nutzer muss dann einer Broadcast-Liste hinzugefügt werden, deren Umfang WhatsApp-seitig auf je 256 Empfänger beschränkt ist. Bei der Verwaltung dutzender Listen kommen Performanceprobleme hinzu. Auch bei der Desktop-Version ist die Handhabung nach wie vor komplex. Für manch kleine Redaktion, die sowieso bereits an ihrer personellen Kapazitätsgrenze arbeitet, ist dieser Mehraufwand also sicherlich nur schwer aufzubringen.

Ein weiterer Grund, warum Redaktionen bei der Verbreitung ihrer Nachrichten per WhatsApp zögern, ist das unzureichende Targeting. Die Publisher wissen in den meisten Fällen kaum mehr über den jeweiligen Empfänger als seine Handynummer.

Zudem werden über Massengertools vermittelte Aufrufe in Analysetools grundsätzlich nicht als solche erkannt. Als Quelle dafür wird in Google Analytics & Co. lediglich “direkt” ausgewiesen. Dieser nicht zuzuordnende, “Dark Social” genannte Trafficanteil ist möglicherweise auch ein Grund dafür, dass vielen Publishern die Bedeutung von WhatsApp für ihre Reichweite noch nicht in Gänze bewusst ist.

Zusätzlich mag die Sorge um den Datenschutz bei einigen Publishern eine Rolle spielen. Während die Einbindung des WhatsApp-Sharebuttons aus Sicht von Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht in dieser Hinsicht keine großen Bedenken aufwirft, sollte der Einsatz als direkter Kommunikationskanal für Redaktionen im Einzelfall geprüft werden. Zumindest eine angepasste Datenschutzerklärung scheint unverzichtbar.

Fazit: Große Chancen vor allem für lokale News-Anbieter

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Redaktionen gut daran tun, sich zeitnah mit WhatsApp als neuem Newskanal auseinanderzusetzen. Es bestehen in diesem Zusammenhang sicherlich noch einige Hürden und Unsicherheiten, der unbestreitbare Mehraufwand für Einrichtung und Betrieb ist auch nicht zu unterschätzen.

Allerdings kann vor allem die Zielgruppe der jungen Leser durch ein attraktives WhatsApp-Angebot nachhaltig aktiviert und an die eigene Medienmarke gebunden werden. Aufgrund der technischen Limitierungen bzw. der bislang fehlenden Tools zum unaufwendigen Massenversand können vor allem Angebote mit kleinen und mittleren Nutzerzahlen profitieren. Hier bieten sich also gerade für lokale Nachrichtenangebote großartige Möglichkeiten.

Gogol Publishing erhebt gegenwärtig eigene Zahlen zur Analyse der Effektivität von WhatsApp als Verbreitungsweg für Nachrichtenbeiträge. Abonnenten des Newsletters werden bei Vorliegen der Fallstudie automatisch informiert.

Drei entscheidende (und überraschende) Merkmale von Publishing-Systemen, die den Erfolg von Autoren beeinflussen

Die Auswahl des richtigen Systems hat enormen Einfluss auf die Online-Reichweite von Autoren. Im letzten Teil unserer Serie beleuchten wir die entscheidenden Merkmale, die bei der Auswahl beachtet werden sollten.

Online-Reichweite von Autoren

1. Das System zu nutzen ist einfach, selbsterklärend und macht Spaß.

Die von den untersuchten Webseiten genutzten Systeme haben alle eines gemeinsam: Sie sind in Usability und Handhabung derart einfach gebaut, dass Schulungen nicht notwendig sind. Gerade bei den Systemen, die für sehr viele Autoren geöffnet sind, ist dieser Faktor unumgänglich. Alle Funktionen, wie das Erstellen von Inhalten, werden in der Regel nicht aus einem Backend-System, sondern direkt auf der Plattform bedient. Die Workflows folgen einfachsten Usability-Prinzipien, die die Nutzer von anderen Angeboten aus dem Internet schon gewohnt sind.

Reichweitenturbo externe Autoren: Wie die digitalen Marktführer erfolgreich neue Inhalte schaffen (lassen)

Das Social Web macht’s möglich: Die Grenzen zwischen Inhalteproduzent und -konsument verschwimmen. Doch es gibt gewaltige Unterschiede: Vom Zulassen von Kommentaren über die Einbindung von Experten bis hin zu völlig offenen Systemen ist alles zu finden. Wir stellen drei Varianten vor.

Themenfelder

1. Handverlesene Experten ergänzen die Redaktion.

In dem „geschlossensten“ Modell der Einbindung externer Autoren wird das redaktionelle Themenspektrum durch händisch ausgewählte Experten ergänzt. Gerade bekannte Experten in einem Themenfeld bereichern das Angebot nicht nur durch ihre Inhalte, sondern auch durch ihre Fanbasis: Durch die Fanpages des Autors in den sozialen Medien werden viele Leser direkt auf neue Artikel hingewiesen – auch wenn sie sonst das Angebot der Seite nicht regelmäßig konsumieren.

Experten ergänzen die Redaktion
Experten ergänzen die Redaktion (Quelle: http://www.huffingtonpost.de/nico-lumma/)

Forbes lässt seit 2011 etwa 1.200 ausgewählte unabhängige Autoren auf seiner Webseite mitschreiben, darunter freie Journalisten, Branchenexperten, Buchautoren und Akademiker. Diese sogenannten „Contributors“ sind in ihrem Autorenprofil kenntlich gemacht. Jeder Autor kann innerhalb eines zugewiesenen Themenfelds Artikel direkt veröffentlichen. Seither konnte Forbes einen enormen Traffic-Zuwachs auf 63,5 Millionen Unique Users pro Monat verbuchen. Es gibt jedoch auch kritische Stimmen, die durch die starke Aufweitung der inhaltlichen Qualität und Quantität des Angebots die Marke geschwächt sehen.

Auf ein ähnliches Modell setzt die Huffington Post, die Prominente, Blogger und Experten als externe Autoren mit einbezieht. Restriktiver arbeitet BuzzFeed, das in seinem Newsbereich nur ausgewählte Beiträge von Community-Mitgliedern zulässt.

2. Jeder ist eingeladen, die Redaktion zu ergänzen.

Die Erweiterung der redaktionellen Themenbasis durch externe Autoren kann noch weitreichender umgesetzt werden, wenn sich die Autoren direkt auf der Plattform anmelden und Artikel veröffentlichen können. Dieses Modell funktioniert besonders gut in gewissen Nischen, wie dem Lokalen oder im Bereich Special Interest. Wo letztlich reale Communitys abgebildet sind und „man sich kennt“, wird Missbrauch eingegrenzt oder kann erst gar nicht entstehen. Das Vertrauen der Redaktion in die Autoren und die Begegnung auf Augenhöhe sind zentrale Erfolgsfaktoren.

Die Regionalmedien Austria AG (RMA) ist der mediale Nahversorger in Österreich. Rund 200 Redakteurinnen und Redakteure berichten aus ihren Bezirken. Zusätzlich schließt die stetig wachsende Online-Community der „Regionauten“ thematische Lücken mit lokalen Nischeninhalten.

Durch ihre Tätigkeit beispielsweise im Sportverein oder bei der Feuerwehr sind die Regionauten nah dran am Geschehen vor Ort. Das webbasierte und auch mobil nutzbare System macht es einfach, direkt vom Ort des Geschehens zu berichten.

Erweiterung der redaktionellen Themenbasis
Erweiterung der redaktionellen Themenbasis

Bei den Regionalmedien Austria werden die Inhalte der lokalen Redaktionen durch Beiträge von Leserreportern, Regionauten genannt, ergänzt. Diese erweitern das Themenspektrum der Redaktion um lokale Nischenthemen, wodurch eine sehr hohe lokale Themenabdeckung erreicht wird. Auch hier verteilen die Regionauten ihre Inhalte eigenständig in der Community – bei Vereinen, Schulen oder Freunden.

3. Es gibt keine Redaktion, jeder kann veröffentlichen.

Bei der offensten Form der Einbindung externer Autoren gibt es keine klassische Redaktion mehr. Inhalte werden nur von externen Autoren erstellt. Die Betreiber der Plattform beschränken sich auf das Management der Community und der Inhalte und das Betreiben der Plattform. In der Regel können sich Autoren ohne Prüfung anmelden und Inhalte veröffentlichen.

YouTube Uploads von 2007 bis 2013
YouTube Uploads von 2007 bis 2013 (Quelle: https://www.youtube.com)

YouTube setzt auf ein komplett offenes System, bei dem jeder mitmachen kann. Eine Redaktion gibt es hier nicht, Inhalte werden ausschließlich von Nutzern generiert – ohne Einschränkungen: Man kann schlichtweg alles veröffentlichen. Das Modell zeigt nachhaltigen Erfolg: YouTube ist nach wie vor das meistgenutzte und bekannteste Videoportal weltweit mit mehr als 1 Milliarde Unique Visitors pro Monat. Auf YouTube werden monatlich mehr als sechs Milliarden Stunden Videomaterial angesehen – also fast eine Stunde pro Erdbewohner. Pro Minute werden von den Nutzern 100 Stunden Videomaterial hochgeladen.

Auch Medium setzt auf ein offenes Portal: Jeder kann sich auf dem Blog-Netzwerk anmelden und direkt Inhalte veröffentlichen.

Lesen Sie nächsten Freitag in Teil 4: Wie muss ein Publishing-System aufgebaut sein, um für optimale Reichweite zu sorgen?

Die Mechanik sozialer Medien: Diese 3 Dinge müssen Autoren für mehr Reichweite beachten

Dass sich Autoren mit der Qualität und Relevanz ihrer Beiträge empfehlen und einen Namen machen, ist nicht neu und keine Erfindung des Internets. Neu ist aber die Geschwindigkeit, mit der sich diese Empfehlung mittels sozialer Medien verbreiten kann. Um diese zu nutzen, muss man aber ihre Mechanik verstehen. Wir stellen die drei wichtigsten Dinge vor, die Autoren beherzigen müssen, wenn sie mehr Reichweite über Social Media haben wollen.

Visits Buzzfeed

Bei BuzzFeed nehmen Leser, die über soziale Netzwerke auf die Seite kommen, bereits 50% des Besucheranteils ein. Dies funktioniert durch ein optimales Nutzen der Mechanik sozialer Medien: Beiträge müssen zunächst eine Basis an Lesern („Seed Visits“) bei Suchmaschinen und sozialen Netzwerken abholen. Das geht über gute Inhalte und Überschriften – und das aktive Posten auf Twitter- und Facebook-Seiten. Das System von BuzzFeed unterstützt dabei die Autoren umfassend.

Darüber hinaus müssen die Inhalte aber auch virales Potenzial haben: Teilenswerte Inhalte werden von ihren Lesern weiterverbreitet und können so den Traffic vervielfachen („Viral Views“).

Also Besucher, die über Suchmaschinen oder Google-News kommen, Besucher von der Homepage oder von den Social-Media-Seiten der Angebote. So hat die Huffington Post über 4 Millionen Fans auf Facebook und 4,5 Millionen Follower auf Twitter. Forbes hat 1,45 Millionen Facebook-Fans und 3,43 Millionen Follower auf Twitter. Inhalte, die auf den Webseiten-Fanpages gepostet werden, erreichen damit eine enorme Leserbasis.

1. Der Inhalt erhält erste Reichweite durch die bestehenden Stammleser des Autors.

Damit sich ein Beitrag überhaupt viral verbreiten kann, muss er zunächst eine Leserbasis über sogenannte „Seed Visits“ aufbauen. Die Systeme unterstützen beim Aufbau durch die Nutzung aller Akquisitionskanäle (siehe These 4).

Stammleser des Autors Jeff Jarvis
Stammleser des Autors (Quellen: https://medium.com/@jeffjarvis https://twitter.com/jeffjarvis https://www.facebook.com/jeff.jarvis)

Neben diesen „klassischen“ Kanälen für den Aufbau von Seed Visits wird es immer wichtiger, dass sich der Autor selbst eine Fanbasis in den sozialen Medien aufbaut. Dies funktioniert immer dann besonders gut, wenn der Autor Experte für ein bestimmtes Thema ist und damit zur Marke wird. Indem der Autor seinen Fans neue Beiträge über seine Facebook- oder Twitter-Seite zukommen lässt, kann er direkt einen großen Grundstamm an Lesern aufbauen und bringt seine Nachrichten direkt zu den am Thema interessierten Lesern.

Jeff Jarvis etwa, ein bekannter Journalist, Buchautor und Professor, und vor allem Experte für die Themen Medien und Nachrichten: Er hat über 9.800 Follower für sein Medium-Profil, dazu kommen 140.000 Follower auf Twitter und über 445.000 Facebook-Abonnenten. Auf Medium veröffentlichte Inhalte, die er zusätzlich auf seinen Seiten auf Facebook und Twitter postet, erreichen damit ein Vielfaches an weiteren wiederkehrenden Lesern.

2. Der Inhalt erhält zusätzliche Reichweite durch virale Verbreitung.

Leser teilen Inhalte nur dann, wenn sie ihnen teilenswert erscheinen. Damit sich ein Inhalt in sozialen Netzwerken viral verbreitet, ist neben der Qualität des Inhalts (siehe 2.3) vor allem der Aufbau des Posts ausschlaggebend.

BuzzFeed Anatomy
(Quellen: http://www.buzzfeed.com/help/viral http://www.outbrain.com/)

Bei BuzzFeed zielt bereits die thematische Ausrichtung der Inhalte auf virale Reichweite ab („9 out of 10 lists go viral“). Neben dem Thema ist aber vor allem der Aufbau des Posts für den Erfolg in den sozialen Medien entscheidend. In seinem Hilfe-Bereich hat BuzzFeed dazu eine schöne Infografik über die Anatomie eines viralen Posts erstellt.

Der zentrale Teil eines Posts ist die Überschrift. Laut Peter Koechley, Gründer von Upworthy, sollten Autoren 50% ihrer Zeit auf die Überschrift verwenden: „People put way too much emphasis on the specifics of the piece of content and not enough on the packaging. We‘ve seen the case where a headline made the difference between 1,000 views and 1 million views“.

Boston Globe – AB-Test
Boston Globe – AB-Test

Für die perfekte Überschrift werden von vielen Medienseiten inzwischen A/B-Tests genutzt, wie in der Grafik oben bei der Boston Globe. Eine gute Überschrift muss fesselnd sein, die Neugier entfachen und das Thema des Inhalts leicht verständlich transportieren. Neben der Überschrift sind auch das Bild des Posts, eine kurze und bündige Beschreibung und ein persönlicher, einnehmender Ton wichtig. Zentral ist auch, dass die Autoren über ein instantes Feedback lernen, was (nicht) funktioniert und sich so dauerhaft verbessern können (siehe These 1).

3. Der Inhalt schafft durch substanzielle Qualität nachhaltig Reichweite.

Insgesamt spielt die Themenwahl und die Qualität von Online-Inhalten eine immer größere Rolle: Google versucht schon seit Längerem, durch laufende Updates seines Algorithmus immer genauer Inhalte zu erkennen, die dem Leser einen wirklichen Mehrwert bieten. Diese werden durch gutes Ranking belohnt. Klickmagneten, die ihr Versprechen nicht einlösen, werden immer besser erkannt und im Ranking der Suchmaschine abgestraft. Auch Facebook setzt neuerdings den Fokus darauf, reine Clickbaits auszusortieren. Qualitätsinhalte sind daher ein wesentlicher Garant für einen nachhaltigen Erfolg.

TTR - Total Time Reading
TTR – Total Time Reading (Quelle: https://medium.com)

Medium beispielsweise setzt massiv darauf, hochqualitative Autoren an sich zu ziehen, um dadurch originäre Top-Inhalte zu gewinnen. Schlüsselwert für Medium ist daher die Verweildauer des Lesers pro Artikel („TTR“: Total Time Reading), da sich an ihr am besten die Zufriedenheit des Lesers mit dem Inhalt ablesen lässt.

Auch Forbes setzt mit seinem monetären Anreiz der 20-fachen Vergütung pro wiederkehrendem Leser den Fokus stark auf die Qualität der Inhalte.

Lesen Sie nächsten Freitag in Teil 3: Wie externe Autoren zusätzliche Reichweite erzeugen.